Wie komme ich in die Medien?
Und was mache ich eigentlich, wenn ich drin bin?
Eine der häufigsten Fragen von Speakern, Trainern und Coaches ist:
“Wie komme ich in die Medien?”
Verständlich, ermöglicht die mediale Präsenz schließlich
mehrere Vorhaben gleichzeitig: Publicity, Zielgruppenansprache,
Werbung.
Vor dem gelungenen öffentlichen Auftritt ist eine andere Frage
zumindest genau so relevant: „Was genau mache ich und sage
ich überhaupt, wenn ich in den Medien bin?”
Diese naheliegende Frage stellen sich hingegen viele nicht, da
die Energie häufig eher auf die Präsenz selbst und weniger auf
die inhaltliche Gestaltung gelegt wird.
Dabei kann mit ein wenig Planung und ein paar Tipps die per-
sönliche Medienattraktivität enorm gesteigert und der ent-
sprechende Auftritt sinnvoll gestaltet werden – auch ohne
professionelle Unterstützung.
Speaking Brands gibt einige Tipps zur
Do-It-Yourself-Medienarbeit:
1. Reden Sie mit Journalisten.
Journalisten sind immer auf der Suche nach interessanten
Geschichten, und zwar meist auf drei Arten: entweder nach
neuen Geschichten, die sie noch nicht auf dem Schirm haben,
oder nach Stories und Personen, die thematisch gut zu einer
Sache passen, an der sie gerade schreiben.
Prüfen Sie Ihr eigenes Thema: Ist es eine Neuigkeit, die für einen bestimmten Journalisten
bzw. für ein bestimmtes Medium berichtenswert ist? Schreibt jemand gerade an einer Sache,
und Sie wären hierfür ein idealer Gesprächspartner? Oder gibt es ein Thema, welches zur Zeit
in den Medien aktuell behandelt wird, zu dem Sie nachhaltig etwas sagen und dem Sie
eventuell eine neue, interessante Richtung geben können?
Kooperationsbereitschaft
Machen Sie Ihre Bereitschaft zur journalistischen Kooperation aktiv deutlich: Sagen Sie,
wenn Sie für Interviews zur Verfügung stehen, für Zitate, für weitere Informationen oder auch
weitere Gesprächspartner, eventuell für einen eigenen Beitrag oder einen Auszug aus einem
schon bestehenden Text von Ihnen – bieten Sie ruhig an, was Sie haben. Und: Stehen Sie für
Nachfragen seitens des Redakteurs möglichst durchgehend zur Verfügung, auch per Mobil-
telefon und am Wochenende – und sagen Sie ihm das auch.
2. Lesen Sie Zeitung.
Lesen Sie die Zeitung, und überprüfen Sie täglich Ihren persönlichen
„Agenda-Fit”: Wie gut passen Sie zu einem aktuellen Thema? Können
Sie zu einer Diskussion etwas Neues beitragen, was diese weiter trägt?
Wenn ein Thema abgefrühstückt ist, sollten Sie die Mühe lassen, sich
hier einzubringen. Falls Sie aber neue Aspekte in eine Diskussion
bringen können, sind Journalisten oft dankbar dafür, die Fortsetzung
eines Themas mit neuen Inhalten (und damit neuem Leben) schreiben
zu können!
3. Seien Sie kein Werber.
Richtig ist, dass Sie ihre Botschaft kurz und knapp rüberbringen können sollten, denn Jour-
nalisten haben häufig nicht viel Zeit (besonders kurz vor Redaktionsschluss, bei Zeitungs-
journalisten z.B. häufig am späten Nachmittag). Dabei sollten Sie aber nicht allzu werblich
vorgehen: Journalisten sind dahingehend recht sensibel und möchten die relevanten
Informationen aus einem Gespräch oder einem Text selbst extrahieren.
Wenn Sie bereits Kontakt zu einem Journalisten haben, der an Ihnen und Ihrem Thema
interessiert ist, brauchen Sie keine geschliffenen Pressetexte mehr zu formulieren oder sich
Gedanken über passende Überschriften machen – das macht der Redakteur schon selbst.
Bringen Sie Ihre Infos einfach verständlich, kurz und knapp auf den Punkt.
4. Seien Sie Werber.
Wenn Sie hingegen noch gar keinen Kontakt zu einem Redakteur oder einer Redaktion haben,
müssen Sie Werbung in eigener Sache machen. Hierbei gilt: Für die Medien ist in erster Linie
nicht Ihre Person von Interesse (es sei denn, Sie gehören zu einer relativ kleinen Gruppe von
A-Prominenten). Für die Medien sind allerdings aktuelle Themen interessant, insbesondere
wenn es neue Entwicklungen und neue Informationen zu einzelnen Bereichen gibt.
HIER kommen Sie sehr viel leichter ins Spiel:
Machen Sie Werbung für Themen!
Im persönlichen Gespräch, in Telefonaten, in Fachartikeln,
Blogbeiträgen, Pressemitteilungen und auch allen anderen
Kommunikationsmaßnahmen gilt gleichermaßen: Die
Botschaft sind in erster Linie nicht Sie selbst, sondern der
Inhalt, für den Sie stehen. Und für den müssen Sie Interesse
wecken. Natürlich machen Sie dabei den Adressaten, nämlich
Sie selbst, deutlich – ganz nach dem Motto: „Wo diese Infos
herkommen, da gibt es noch viel mehr davon…”
5. Suchen Sie die Medien, die am besten zu Ihrer Story
passen.
Sicher haben Sie sich Gedanken zum Medienverhalten Ihrer Zielgruppe gemacht und wollen
Ihre PR entsprechend ausrichten: Bitte auch hier nicht NUR auf die entsprechenden Medien
konzentrieren, sondern auch darüber hinaus. Eventuell wird ein Thema, zu dem Sie kompetent
etwas beitragen können, woanders von einer ganz anderen Richtung aus behandelt?!
Die Medien, die Sie selbst am liebsten sehen/lesen, sind möglicherweise nicht unbedingt die,
die für Sie am interessantesten sind. Schauen Sie daher immer auch über den eigenen
Tellerrand hinaus, und haben Sie keine Scheu vor neuen
Gebieten – und vor neuen Medien.
6. Machen Sie PR.
Wenn Sie eine Pressemitteilung verfassen, überlegen Sie
sich gut, was deren Inhalt sein soll. Tipp: Schreiben sie
zuerst die Überschrift, dann den ersten Absatz.
Die Überschrift sollte die Story der Pressemitteilung sinnvoll
erfassbar machen und Neugierde auf’s Weiterlesen wecken,
der erste Absatz (3 – 4 Zeilen) die komplette Mitteilung
zusammenfassen. Der weitere Text (möglichst nicht über
eine DIN A4 Seite hinausgehend!) beinhaltet neben einer
ausführlicheren Beschreibung zusätzliche Informationen und
Fakten, wie z.B. Adressen, Termine, Preise, Namen etc. wie
auch Zitate oder Auszüge. Ganz wichtig: Kontaktdaten gut
erkennbar angeben.
PR: Klasse statt Masse
Es macht wenig Sinn, eine Pressemitteilung blind an verschiedene Redaktionen zu schicken und
noch weniger, dort im Nachgang anzurufen und sich nach dem Erhalt zu erkundigen. Nutzen
Sie stattdessen lieber gratis Online-Pressedienste wie z.B. OpenPR.de oder pressecho.de.
Durch diese bekommen Sie ohne hohen Aufwand eine erhöhte Online-Präsenz, z.B. bei Google
News. Für kostenpflichtige Dienste wie von der DPA sind Gebühren von ca. 200 – 400 Euro
fällig. Je nach Bedeutung der Meldung für Ihre Kommunikation sollten Sie diesen Weg auch in
Erwägung ziehen.
7. Seien Sie bereit für mehr!
Angenommen, Sie stoßen mit Ihrer Pressearbeit auf Interesse: Ein Journalist will mehr wissen
– Sind Sie dafür bereit? Haben Sie weitere Infos in der Hinterhand, die Sie zielführend
anbieten können? Fragen Sie ruhig mehrfach nach, damit Sie nicht aneinander vorbei reden
und dasselbe Thema fokussieren.
Infos Online anbieten
Ist Ihre Website informativ? Findet ein Redakteur dort
Informationen, die ihn weiterbringen? Sprechen Ihr
Webauftritt und Ihre Profile in Foren etc. dieselbe
Sprache wie Ihre Pressemitteilung, sprich: Vermitteln
Sie überall ein stimmiges, einheitliches Bild von Ihrer
Person? Wenn nicht, dann verschenken Sie nicht nur
Ihre Markenwirkung, sondern auch viele Möglichkeiten
in Ihrer Pressearbeit. Denn auch für Journalisten gilt:
Sie als „Informant” und Ihr „Informationsabbild”
müssen übereinstimmen, sonst verwässert die Bot-
schaft, für die Sie stehen – und damit auch Ihre Glaubwürdigkeit.
Checkliste PR:
1. Botschaft prägnant
eingrenzen
2. Aktuelle Themen zum
Andocken finden
3. Journalist ansprechen und
passende Infos anbieten
4. Nachfassen
5. Weitere Infos auf Abruf
bereithalten
6. Telefonisch erreichbar sein
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