Vom Buch zur Buchung
Wie und warum Speaker zu Autoren werden–
und worauf sie dabei achten müssen
Während für viele Autoren Bücher eine Haupteinnahmequelle sind, fungieren Bücher für
Speaker oft auch als unterstützende Marketingmaßnahme für Seminare, Trainings oder
Keynotes. Bücher sind nach wie vor ein ideales Mittel zur Ansprache von Kunden und von
Medien gleichermaßen: Agenturen können Referenten mit Büchern besser vermitteln,
Budgetverantwortliche können sich einen Vortragsredner leichter vorstellen, wenn sie
dessen Buch auf dem Tisch liegen haben; Medien auf der Suche nach Experten werden
um so lieber auf einen Speaker zurückgreifen, wenn dieser bereits ein oder mehrere
Bücher zum Thema veröffentlicht hat.
Daher steht bei Speakern und Trainern nicht ausschließlich das Autorenhonorar im Vorder-
grund, sondern vor allem auch der Effekt, den ein Buch auf die Bekanntheit des Autors sowie
seine Wahrnehmung in der Öffentlichkeit und in der Zielgruppe hat. Wer seinen Expertenstatus
profilieren und seine Markenbildung vorantreiben möchte, der steht früher oder später vor der
Frage: Wie komme ich zu meinem eigenen Buch?
Wie lange dauert es?
Ein Buch zu schreiben, kostet Zeit. Verlage rechnen im Schnitt mit drei bis sechs Monaten für
das Erstellen des Manuskriptes und insgesamt mit ca. zwölf Monaten vom Exposé bis zum Er-
scheinungstermin. Abhängig von Anlässen und Themen kann der Zeitplan auch gestrafft oder
gestreckt werden. Im Frühjahr und Herbst sind Druckereien zudem klassischer weise mit der
Produktion der jeweiligen Saison-Neuerscheinungen ausgelastet – auch hier ist eine voraus-
schauende Planung angebracht.
Welcher Verlag ist der Richtige?
Bei der Recherche nach einem passenden Verlag gibt das bestehende Verlagsprogramm einen
ersten Eindruck: Finde ich mich in den angebotenen Themen wieder? Passt mein Thema hinein?
Aber auch ohne thematische Nähe lohnt es sich nachzufragen: Eventuell plant ein Verlag eine
Erweiterung seines Angebotes und Ihr Buch wäre hierfür gerade richtig.
Wenn Autoren bereits mehrere Bücher bei einem Verlag herausgegeben haben, kann man dies
sicher als Zeichen einer gewissen Zufriedenheit über die Zusammenarbeit sehen. Auch hier gilt:
Fragen kostet nichts. Die Größe eines Verlags ist eher zweitrangig. Je kleiner ein Verlag ist,
desto schwächer ist zwar naturgemäß seine Position bei den Handelsketten, aber Aus-nahmen
bestätigen die Regel. Auch kleinere Verlage haben in der Vergangenheit immer wieder
Bestseller produziert, die entsprechende Unterstützung im Handel erhalten und einen großen
Leserkreis erreicht. Online-Buchhandlungen machen Bücher darüber hinaus zu jeder Zeit und
an jedem Ort verfügbar, egal von wem sie verlegt werden.
Was kann man verdienen?
Gängige Honorarmodelle bestehen aus einem Garantiehonorar sowie einer absatzspezifischen
Staffelung, meistens zwischen fünf und acht Prozent des Nettoladenpreises. In manchen Fällen
verzichten Verlage lieber auf ein Garantiehonorar und bieten dafür eine höhere Staffelung, z.B.
beginnend bei acht bis zu dreizehn Prozent und darüber hinaus, je nach Absatzmenge. Das
reduziert für den Verlag das Risiko einer weiteren hohen Investition im Fall eines Flops und
kann für einen Autor eine nicht unbeträchtliche Mehreinnahme bedeuten – sofern sich das Buch
gut verkauft.
Wer lieber auf Nummer Sicher gehen möchte, der sollte sich für ein Garantiehonorar einsetzen.
Abstand sollte man von Verlagen nehmen, die im Vorfeld einen Druckkostenzuschuss verlangen
– die Wahrscheinlichkeit, dass man sein Geld nicht wieder bekommt, ist relativ hoch, und das
Engagement eines solchen Verlages, etwas für die erfolgreiche Verbreitung des Buches zu tun,
ist unter Umständen eher gering.
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